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Meine Reise in die Vergangenheit

Mit einer Portion Humor geht es auf die Reise in die Vergangenheit nach Schlesien. Das Hauptziel ist Pfaffendorf im Kreis Lauban, der Geburtsort meines Vaters. Weitere Orte, in denen einige Vorfahren von mir geboren sind bzw. in denen sie lebten, suchen wir ebenfalls auf. Wir reisen unter anderem auch in die Orte

  • Linda/Linde, Kreis Lauban
  • Thiemendorf, Kreis Lauban
  • Kuschlau, Kreis Strehlen
  • Lugnian/Lugendorf, Kreis Oppeln
  • Jaschine, Kreis Rosenberg
  • Glausche, Kreis Namslau

Dieser Reisebericht soll meine persönlichen Eindrücke der schlesischen Heimatorte meiner Vorfahren widerspiegeln.

Marion Höckelmann, geb. Bäger

Meine Reise in die Vergangenheit
26. Juli 2015 – 8. August 2015
– Schlesien –

Schon seit einer Ewigkeit wollte ich in den Geburtsort meines Vaters – Pfaffendorf im Kreis Lauban in Nieder­schlesien. Irgendwie hat es nie gepasst bzw. konnte ich mich nicht richtig aufraffen. Nun sollte es endlich soweit sein. Allerdings sollte mein Ziel nicht nur Pfaffendorf sein, sondern bedingt durch die Ahnenforschung, die ich nach dem Tod meiner Mutter begonnen hatte, auch noch einige andere Orte in Schlesien, in denen meine Vorfahren ge­boren bzw. gelebt haben. Ich wollte einmal eine „räum­liche“ Vorstellung der Dörfer haben, die mir immer wieder namentlich begegneten.

Jetzt wurde erstmal geplant. Wo wollen wir (mein Mann sollte mich begleiten) übernachten? Zum Leidwesen meines Mannes hatte ich für meine Reise in die Ver­gangenheit knapp zwei Wochen vorgesehen. Er war aller­dings der Meinung, dass das, was ich vorhabe auch in einer Woche zu schaffen wäre. Nun muss ich dazu sagen, dass wir beide Angler sind und unsere Urlaube eigentlich immer am Wasser stattfinden. Naja, dieses Jahr sollte es halt mal anders sein – ans Wasser können wir auch noch im Herbst.

Also suchte ich via Internet erst einmal eine Unterkunft für zwei Wochen in der Nähe von Görlitz. Gefunden habe ich dann eine nette Ferienwohnung (Privatvermietung) in Pfaffendorf-Markersdorf – ein schönes ruhiges Dorf nur wenige Kilometer von Görlitz entfernt. Die Wohnung hat unsere Vorstellungen absolut übertroffen. Vom über­dachten Balkon hatten wir einen Ausblick auf die Land­schaft – in der Dämmerung konnten wir sogar die Rehe auf dem Feld beobachten. Eine Badewanne war auch vor­handen – ein weiteres wichtiges Kriterium für meine Aus­wahl.

Dann die Vorbereitung für die Tagesfahrten nach Polen: Auslandskrankenschein, Auslandskrankenversicherung, Schutzbrief, grüne Versichertenkarte. Sind die Persos noch gültig? Wie schnell darf ich in Polen fahren, wie viel Ziga­retten darf ich über die Grenze bringen und, und, und.

Weiter ging es mit meiner Planung der Orte, die ich auf­suchen wollte. Außerdem hatte ich auch vor, in Görlitz das Ratsarchiv und Kirchenbucharchiv aufzusuchen. Als ich allerdings im Kirchenbucharchiv anrief, um einen Termin zu vereinbaren, sagte mir die gute Frau, es wäre die nächsten drei Wochen wegen Urlaubs geschlossen. – Irgendwie war ich etwas enttäuscht. Zumal das auch mein erster Besuch überhaupt in einem Archiv gewesen wäre. Also schloss ich dieses dann aus meiner Planung aus.

Jetzt das nächste Problem: Welches Auto nehmen wir? Meinen Ford Fusion, in dem ich einfach besser sitzen kann? Oder den Ford Mondeo meines Mannes? Ich ent­schloss mich für den Mondeo, da er einerseits eine Alarm­anlage und andererseits ein Tempomat hat – was ja gerade in Polen wegen der „kontrole radarowe“ ganz vorteilhaft ist. Wobei ich auch auf das Tempomat hätte verzichten können, geblitzt werden konnte ich in Polen überhaupt nicht – eher hätte man mich malen können, so langsam, wie ich teilweise gefahren bin. Mein Mann hatte dies­bezüglich mal wieder nichts zu sagen – schließlich bin ich ja auch diejenige, die das Auto fährt.

Wie sich allerdings dann herausstellte, wäre es wohl doch besser gewesen und vor allem billiger, den Fusion zu nehmen. Aber dazu später mehr.

Nun ging es endlich los. Ab Montag, 27. Juli war die Woh­nung gebucht. Ich überredete meinen Mann, schon am Sonntag los zu fahren – ganz gemütlich, ohne Autobahn. Und so starteten wir am Sonntagmittag. Wir fuhren über Land und kamen gegen 22:30 Uhr in Dresden an, machten dort Halt, aßen in einem netten Lokal echt sächsisch – hier gab es auch die von mir so geliebten Quarkkeulchen, die meine Oma oft gemacht hat und die mir leider bisher immer misslungen sind, allerdings schmeckten sie nicht so wie bei Oma, zumindest nicht so, wie ich sie noch in Erin­nerung hatte. Dann schauten wir uns die Dresdener Innen­stadt bei Nacht an und beschlossen, demnächst auch mal einige Tage dort zu verbringen – Dresden ist wirklich sehenswert. Dresden – der Geburtsort meiner Mama Brigitte Bäger, geb. Eichler, (*1944), meines Urgroßvaters Arthur Eichler (*1898) und weiterer Vorfahren um Dresden drum rum.

Dresden bei Nacht
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Dann fuhren wir ein Stück aus Dresden raus, fanden einen Waldweg und machten dort Halt, um ein wenig zu schlafen – ich auf der Rückbank, mein Mann auf dem Beifahrersitz. So verbrachten wir ca. 3 Stunden. Oh je, war das unbe­quem – so langsam sind wir wohl mit unseren 52 und 57 Jahren doch aus dem Alter raus, wo einem das nichts aus­macht – naja, einen Versuch war‘s wert. So wussten wir wenigstens, dass wir noch einen Rücken haben. Jeden ein­zelnen Knochen und Muskel haben wir gespürt. 

Nun ging es weiter in Richtung Görlitz. Da es noch zu früh war, die Wohnung aufzusuchen – wir hatten ca. 10:00 Uhr ausgemacht – suchten wir uns erst einmal eine Lokalität, wo wir gut frühstücken konnten. Diese fanden wir dann auch in Görlitz in einem Einkaufszentrum bei einem Bäcker. Nach dem Frühstück ging es dann nach Pfaffen­dorf-Markersdorf, wo wir von der Vermieterin sehr herz­lich aufgenommen wurden. Sie zeigte uns die Wohnung und erklärte alles Notwendige. Dann überließ sie uns unserem Schicksal. Erstmal alles aus dem Auto geholt und dann ins Bett, um den fehlenden Schlaf nachzuholen – oh Gott, sind wir alt!

 Nachdem wir ein paar Stunden geschlafen hatten, fuhren wir erstmal nach Weinhübel zum Kaufland und besorgten uns alles Überlebensnotwendige – zumindest für meinen Mann, der für gewöhnlich immer Hunger hat. Danach fuh­ren wir nach Weinhübel (früher Posottendorf-Leschwitz). Hier sind einige meiner Vorfahren geboren bzw. lebten dort. Wir schauten uns auf dem Friedhof die Gräber an, in der Hoffnung, noch ein altes Grab meiner Vorfahren zu finden. Wir kamen aber nicht weit, da es plötzlich anfing, wie aus Eimern zu schütten und zusätzlich noch gewitterte. Da ich in der Hinsicht ein richtiger Schisshase bin, brach ich die Aktion ab und flüchtete schnell ins Auto. Ob der liebe Gott etwas dagegen hatte, dass ich alte Grabsteine foto­grafieren wollte? Wie dem auch sei, wir vertagten das und fuhren erstmal wieder zurück in die Wohnung.

Am nächsten Tag, nach einer erholsamen Nacht, einem kurzen Wannenbad und einem ausgiebigen Frühstück, fuhren wir nach Görlitz in die Innenstadt. Ich wollte das Ratsarchiv aufsuchen, um die Geburten und Heiraten von Weinhübel zu erforschen. Leider waren diese aber nur als Namensregister in einer für Außenstehende nicht einseh­baren Excel-Datei vorhanden. Die gute Frau K. vom Rats­archiv war aber so nett und schrieb mir alles raus, was mit den Namen Wiesner, Günther und Eichler zu tun hatte. So erfuhr ich auch, dass meine Urgroßeltern Arthur und Rosalie Eichler in Weinhübel geheiratet hatten.

Wir schauten uns dann noch die Innenstadt von Görlitz an, suchten die Häuser Hohestraße 17 und 18, in denen meine Ur-Ur-Großmutter Christiane Linke, geb. Jeschke und Alfred Linke, der Halbbruder meines Urgroßvaters Otto Jeschke, lebten. Leider mussten wir feststellen, dass diese Häuser dem sozialistischen Plattenbau zum Opfer gefallen waren.

Ansonsten gefiel uns die Görlitzer Innenstadt sehr gut. Viele alte Gebäude sind bzw. werden restauriert. Unsere Vermieterin erzählte, dass es in Görlitz eine Stiftung dafür gibt. Ein unbekannter Sponsor stifte jedes Jahr eine halbe Million Euro für die Restaurierungen.

Nach einer Weile fiel mir noch ein, dass eine meiner Großmütter, Martha Bäger, geb. Jeschke, 1909 in Görlitz geboren ist und ich beschloss, gleich noch ins Standesamt zu gehen, um mir die Geburtsurkunde im Original kopieren zu lassen. Dort stand dann auch die Adresse meiner Urgroß­eltern Otto und Selma Jeschke drauf – Hospitalstraße 5. Wir haben uns zu Fuß mit Hilfe des Navis (einfach eine tolle Erfindung) auf den Weg dorthin gemacht und das Geburtshaus meiner Großmutter auch schön restauriert vorgefunden.

5Görlitz, Hospitalstr. 5
Geburtshaus von Martha Bäger, geb. Jeschke

Am Mittwoch, 29.07. ging es dann endlich nach Polen. Wir waren total verwirrt, als wir über die Neiße-Brücke fuhren und plötzlich – so ganz ohne Grenzkontrolle – in Polen waren. Einfach so, als ob man von einem Bundesland ins nächste fährt. Wir waren vor über 20 Jahren mal in Pommern, was haben wir am Grenzübergang warten müs­sen. Damals kam man nur mit Reisepass rein.

Dann ging es ca. 25 km weiter nach Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute Rudzica). Hier ist mein Vater, Manfred Bäger, 1942 geboren. Meine Urgroßeltern Otto und Selma Jeschke sind so um 1912/13 dorthin gezogen. Wann meine anderen Urgroßeltern Emil und Hulda Bäger dort hinzogen, ist mir nicht bekannt. 1909 ist ihr Sohn, mein Großvater, Alfred Bäger, in Kuschlau Kreis Strehlen geboren. Somit werden sie wahrscheinlich irgendwann nach 1909 nach Pfaffendorf gekommen sein.

Als wir in den Ort kamen, haben wir erst einmal mit dem Ortsplan in der Hand, den ich aus der Pfaffendorfer Chro­nik hatte, versucht nachzuvollziehen, wo die einzelnen Häuser meiner Vorfahren stehen bzw. gestanden haben könnten. Aus dem ersten Gebäude, welches wir uns an­schauten, kam gleich ein alter Mann. Ich glaube, er wollte wissen, was wir wollen. Jetzt merkten wir erstmal, dass wir ein ziemliches Problem hatten – unsere Polnisch-Kennt­nisse! Diese beliefen sich nur auf: dzień dobry (Guten Tag), do widzenia (Auf Wiedersehen), dziękuję (Danke schön) und tak (ja). Das waren Wörter, die wir bei unserem ersten Polen-Urlaub vor über 20 Jahren gelernt hatten. Nicht nur, dass wir kein polnisch konnten, der alte Mann konnte ebenso wenig Deutsch. Was die Verständigung nicht ge­rade einfach machte. Mit Händen und Füßen versuchte ich zu erklären, dass mein Vater hier in diesem Dorf geboren ist. Aber das verstand er nicht. Also holte mein Mann das Wörterbuch aus dem Auto und wir zeigten ihm die Über­setzung zu „Vater“. Der alte Herr zeigte auf seine Augen und verschwand im Haus – aha, dachten wir, er will seine Brille holen, was dann auch tatsächlich der Fall war. Klappt ja doch mit dem Verstehen.

Aber trotz Brille konnte er das wohl nicht lesen. Er zeigte auf seine Ohren und nochmals auf seine Augen und er­zählte (was wir natürlich nicht verstanden). Wahrscheinlich wollte er uns damit deutlich machen, dass er schlecht hören und sehen kann. Dann zählte er mit seinen Fingern etwas auf. Wir vermuteten, dass er versucht hat uns zu er­klären, dass er seit 70 Jahren hier lebt. Ob wir das wohl richtig interpretiert haben? Wenn ja, wird er als Kind nach Pfaffendorf gekommen oder vielleicht auch hier geboren sein. Eigentlich schade, dass es mit der Verständigung nicht so gut funktioniert hatte, denn der alte Herr war richtig nett.

Weiterhin suchten wir nach markanten Gebäuden und Plätzen, wie z. B. die Kirchen und das Sühnekreuz. Die evangelische Kirche existiert nicht mehr, dafür ist dort wo sie scheinbar früher stand, ein Sportplatz. Das Sühnekreuz ist noch vorhanden.

Wir sind den Feldweg am Sühnekreuz ein Stück hoch ge­fahren. Dort fanden wir einen Teich vor. Ich meinte zu meinem Mann, dass hier oben auch irgendwo der evange­lische Friedhof gewesen sein müsse. Er war anderer Mei­nung, weil da ja kein Weg war. Das klang so überzeugend, dass ich ihm das glauben musste – ob ich nun wollte oder nicht – schließlich war er ja mal Erkunder bei der Bundeswehr und kann Karten lesen! (behauptet er zumindest).

Und so begaben wir uns wieder nach unten, gingen zum al­ten katholischen Friedhof an der kath. Kirche und fuhren anschließend einen anderen Weg hoch. Dort entdeckten wir dann den neuen Friedhof. Wir schauten, ob wir noch einige deutsche Namen entdecken. Danach fuhren wir wieder am Sühnekreuz hoch und gingen noch ein Stück weiter. Mein Mann fand dann den alten evangelischen Friedhof in einem Waldstück – jetzt konnte er sich wieder damit brüsten, dass er ja Erkunder bei der Bundeswehr war.

Es war erschreckend. Die Gräber waren total verwildert, auf den Grabsteinen, sofern noch welche vorhanden wa­ren, war nichts mehr zu erkennen. Einige Gräber wurden ausgehoben – ich vermute mal, dass jemand mit einem Metalldetektor beigegangen ist und dort noch irgend­welche Schätze vermutet hat. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Ansonsten haben wir festgestellt, dass einige Gebäude am Zerfallen waren, andere hingegen waren mittlerweile re­noviert. Ein paar Häuser wurden auch neu gebaut. Wir sind noch den Fiebig hochgefahren und genossen von dort die Aussicht.

An unserem letzten Urlaubstag fuhren wir noch ein zweites Mal nach Pfaffendorf, um für meine 77-jährige Tante, die in Pfaffendorf geboren ist und ihre ersten Kindheitsjahre dort verbracht hat, den Ort zu filmen.

Wir haben insgesamt 4 Filme erstellt. Diese sind bei www.youtube.de eingestellt und zu finden unter:

Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 1/4

Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 2/4

Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 3/4

Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 4/4

Dann war da noch in Pfaffendorf ein Gebäude mit einem Schild „Ceramica“, wo ich unbedingt rein wollte. Es war eine kleine Keramik-Werkstatt mit Verkauf. Der Inhaber sprach uns auf Englisch an, sagte aber auch dazu, dass sein Englisch sehr schlecht wäre, was auch super passte, denn mein Englisch war auch nicht besser, und so funktionierte auch die Verständigung einigermaßen. Seine Frau könne Deutsch, die aber leider nicht da war. Er zeigte uns seine kleine Werkstatt. Sie würden Bunzlauer Keramik in Hand­arbeit herstellen. Über das Internet habe ich herausge­funden, dass das Unternehmen über seine Frau Anna Czaja-Sobieraj läuft. Eine interessante Seite dazu gibt es hier:

http://www.kulturinfo.net/art/artist/anna-czaja/?lang=de

Er selber sei Lehrer. Ich nehme mal an, dass er damit meinte, dass er in seiner Werkstatt Workshops durchführt.

Er erzählte uns auch ein wenig über sich und seine Familie. Seine Mutter lebte eine Zeit lang in Deutschland, seine Schwester in Amerika. Er selber hat in Pfaffendorf dieses Häuschen und das nebenan liegende gekauft. Er habe eine Tochter im Alter von 6 Jahren. Seinen Hund konnten wir auch kennen lernen – er soll 6 Monate alt sein und war schon extrem groß – wie groß wird er erst werden, wenn er ausgewachsen ist?

Wir kauften ein paar Kleinigkeiten – mein Mann war von einer kleinen Milchkuh total begeistert und wollte diese mit einer passenden Tasse dazu unbedingt haben. Zusätz­lich bekamen wir noch zwei Becher geschenkt, die Fehl­produktionen waren.

Interessant war es für mich auch, mal in eines der alten Häuser zu gehen. Die Türen sind sehr niedrig. Ich habe mir zur Probe erstmal den Kopf eingeschlagen (hat aber nur ein bisschen wehgetan). Waren die Menschen damals so klein? Über meine Urgroßmutter Selma Jeschke weiß ich, dass sie nur 1,45 m groß war. Diese Information habe ich aus ihrem Personalausweis, der mir vorliegt. Mein Urgroß­vater Otto Jeschke soll nicht viel größer gewesen sein.

Wir wollten auch schauen, ob der Badeteich von frü­her noch vorhanden war, trauten uns aber nicht, da der Weg dorthin scheinbar über das Grundstück eines Bauern­hofes ging.

Der ehemalige evangelische Friedhof
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Entdeckungen an der katholischen Kirche
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Das Pfarrhaus
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Ordensschwestern-Niederlassung
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Das Sühnekreuz
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Dorfteich
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Gebäude
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Bahnhäuschen Nikolausdorf
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Blick vom Fiebig
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Am Donnerstag, 30.07.2015 ging es dann in die Orte Linda über Heidersdorf, Lauban und Alt-Bertelsdorf nach Thiemendorf.

In Linda, heute Platerowka, lebten eine Zeit lang meine Ur­großeltern Arthur und Rosalie Eichler. Mein Urgroßvater hatte als Steinarbeiter gearbeitet. Wahrscheinlich sind sie nach Linda gezogen, weil er dort im Steinbruch eine An­stellung fand. Ich vermute, dass auch hier meine Großmutter Lotte Eichler 1925 geboren ist.

Als ich dabei war, ein altes Gebäude (wahrscheinlich ein früheres Gut) zu fotografieren, kam gleich eine junge Frau vom Hof und sagte etwas auf Polnisch, was ich natürlich wieder nicht verstand. Als sie merkte, dass ich keine Landsmännin bin, sprach sie in Englisch weiter und fragte, warum ich Fotos von dem Gebäude machen würde. Ich er­klärte ihr ebenfalls – allerdings in einem miserablen – Eng­lisch, dass in diesem Ort meine Großmutter geboren wäre. Daraufhin erlaubte sie mir das Fotografieren.

 Linda ist ein schöner Ort. Die Straße ist mit Bäumen einge­säumt und ringsum sehr viel grün, überhaupt wirkte Linda für mich ein wenig wie ein verwunschener Ort. Die Bö­schungen des gesamten Dorfbaches wurden mit Pflaster­steinen eingefasst, was sehr nett anzusehen war.

Impressionen aus Linda
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Der nächste Ort war Heidersdorf, heute Włosień. Hier sind wir allerdings nur durchgefahren und haben kurz am Krie­gerdenkmal Halt gemacht. Leider war auf dem Denkmal kaum noch etwas zu lesen.

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Weiter ging es nach Lauban, heute Luban. Meine Groß­mutter Martha Bäger, geb. Jeschke hatte hier in den Jah­ren 1929 bis 1937 als Taschentuch-Säumerin und Hohl­saum-Näherin bei den Textilwerken Gustav Winkler gear­beitet.

In Lauban angekommen, suchten wir erst einmal eine Möglichkeit, an Złotys zu kommen. Unser Auto wollte so langsam mal was zu trinken, denn sein Vorrat ging mittler­weile dem Ende zu. Wir fanden eine Bank und fragten dort. Ein sehr netter Mitarbeiter erklärte uns auf Deutsch, dass das Wechseln in der Bank mit Gebühren verbunden sei und wir besser in eine Wechselstube gehen sollten. Er erklärte uns auch, wie wir dort hinkommen.

Dann mit genügend Złotys bewaffnet, suchten wir eine Gastronomie, denn nicht nur unser Auto hatte Durst, son­dern auch wir hatten Hunger.

Uns blieb allerdings nichts anderes übrig, als uns eine Klei­nigkeit von einem Imbisswagen zu holen, da scheinbar kein Restaurant nachmittags etwas Essbares anbot. Mit einem etwas gefüllten Bauch schauten wir uns Lauban noch etwas an.

Impressionen aus Lauban
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Am Bahnhof
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Der Bahnhof
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Weiter ging es nach Alt-Bertelsdorf, heute Uniegoszcz, ein Vorort von Lauban. Ein Forscher-Kollege bat mich, dort ein paar Fotos für seinen an Demenz erkrankten Onkel zu ma­chen, der aus diesem Ort stammte. Es waren allerdings kaum noch alte Gebäude vorhanden – Alt-Bertelsdorf hat sich zu einer Neubau-Siedlung entwickelt. Somit fotogra­fierte ich nur die zwei Teiche am Ortsanfang – ich habe keine Ahnung, ob diese früher schon existierten – und die einzigen alten Gebäude, die ich entdecken konnte.

Dorfteiche
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Alte Gebäude
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Das nächste und letzte Ziel des heutigen Tages sollte dann noch Thiemendorf, heute Radostow, sein, der Geburtsort meiner Ur-Großmutter Selma Jeschke, geb. Malbrich (*1881) und ihrer Mutter, meiner Ur-Ur-Großmutter Auguste Malbrich, geb. Seidemann (*1860). Thiemendorf muss früher richtig schön gewesen sein mit seinen Schlös­sern. Davon war leider nichts mehr zu erkennen. Es sind nur noch Ruinen vorhanden. Von der evangelischen Kirche stand auch nur noch der Turm.

Impressionen aus Thiemendorf
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Katholische Kirche
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Entdeckungen an der katholischen Kirche
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Blick auf Thiemendorf
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 Ehemaliges Gut
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Park gegenüber der evangelischen Kirche
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Am Sonntag, den 2. August sollte eigentlich das Schlesische Kulturfestival in Görlitz stattfinden, wo wir gerne hin wollten. Dieser Termin wurde im Laubaner Gemeindebrief angekündigt. Da ich aber keinerlei Hinweise im In­ternet dazu fand, entschlossen wir uns kurzfristig, zur Schneekoppe zu fahren. Ich schaute im Internet und fand raus, dass wir dazu nach Krummhübel (heute: Karpacz) fahren müssen. Also ging es nach dem Frühstück los. Ganz gemüt­lich fuhren wir über Land. Kurz vor Krummhübel entdeck­ten wir dann auch noch ein Haus, welches auf dem Dach steht. Dort machten wir kurz Halt und schauten uns das Haus von außen an.

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Nach dieser kurzen Pause ging es dann weiter. In Krumm­hübel angekommen, fuhren wir den Berg hinauf – überall Touristen – sahen einen Sessellift und beschlossen, uns damit den Berg hinaufbringen zu lassen. Wie ja schon zu Anfang erwähnt, gehören wir mittlerweile zu einer etwas älte­ren Generation und sind, was Berge hinaufgehen betrifft, doch schon arg fußkrank (oder besser fußfaul?).

Also suchte ich einen Parkplatz, fand auch einen unweit vom Sessellift, fuhr drauf. Es knirschte ein wenig beim Drauffahren. War es der Bordstein? Egal, weiter – ich fuhr über den unbefestigten Parkplatz, fand keinen freien Ab­stellplatz – es gibt wohl doch noch einige Fußfaule mehr – wollte vom Parkplatz wieder runter und beim Rausfahren knirschte es wieder – aber diesmal ganz fürchterlich und ich hing mit dem Auto irgendwie fest. Also Rückwärtsgang, nochmal Anlauf und wieder – knirsch. Nochmal zurück, mein Mann stieg aus, um das Gewicht zu reduzieren. Ich versuchte dann etwas schräg hochzufahren, nahm Schwung und mit einem fürchterlichen weiteren Knirschen schaffte ich es dann endlich auf die Straße. 

Daraufhin beschlossen wir, dass wir ja einerseits den Ses­sellift und andererseits die Schneekoppe gesehen haben und jetzt auch wieder zurück fahren könnten. 

Bei der nächsten Gelegenheit machten wir dann Halt und mein Mann legte sich halb unters Auto, um nachzusehen, ob der Auspuff noch dran hängt. So ganz in Ordnung war er wohl nicht mehr. 

Mittlerweile bereute ich, dass wir nicht mit dem Fusion gefahren sind, sondern mit dem Mondeo, der auch noch als Sportausführung tiefer gelegt ist. Wie kann MANN als Angler überhaupt solch ein Auto kaufen? Wo er doch auch immer wieder über unwegsames Gelände zum Angelplatz fahren muss! War es ihm vielleicht wichtiger, elektrisch beheizbare Sitze zu haben, weil sein Popöchen immer friert? Zumal die Sitzheizung noch nicht mal funktioniert! Naja, Männer halt – denken selten praktisch.  

Am nächsten Morgen ist mein Mann nach Görlitz in die Werkstatt gefahren. Dort verblieb das Auto dann bis zum Nach­mittag. Der Auspuff war regelrecht zusammengefaltet – ähnlich wie eine Ziehharmonika. Gekostet hat uns die Ak­tion 345 €.

Die Schneekoppe
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Am Dienstag, 4. August 2015 beschlossen wir aufgrund der Wettervorhersage – es sollte extrem warm werden – den nächsten Tag doch mehr im klimatisierten Auto zu verbrin­gen. Also plante ich eine Tour nach Oberschlesien. Meine Tochter hatte mich darum gebeten, doch auch mal nach Lugnian (Lugendorf), Kreis Oppeln, den Geburtsort ihrer Urgroßmutter Balbina Drube, geb. Pyka (*1892) zu fahren. Die 88-jährige Großmutter meiner Tochter war als Kind einmal dort gewesen und würde sich sicher über einige Fo­tos freuen. 

Da auch meine Urgroßmutter Rosalie Eichler, geb. Jonietz 1896 in Oberschlesien (Jaschine, Kreis Rosenberg) geboren ist, wollte ich auch gerne diesen Ort mit aufsuchen. Des Weiteren schaute ich noch, ob eventuell Kuschlau, Kreis Strehlen – der Geburtsort meines Großvaters Alfred Bäger (*1909) sowie sein letzter Aufenthaltsort Glausche, Kreis Namslau, auf dem Weg lagen. Ich stellte fest, dass wir alle Orte auf einer Rundtour aufsuchen konnten. 

Und so ging es dann am Mittwoch auf die große Tour. Wir entschlossen uns, diesmal die Autobahn zu benutzen. Nun hatte ich im Internet gelesen, dass diese mautpflichtig wäre. Aber wir fanden nirgends einen Hinweis oder Mautautomaten. So fuhren wir die nächste Abfahrt runter – tanken mussten wir ja auch noch – und suchten eine Mautstelle. Diese fanden wir auch einige Kilometer weiter. Dort hat uns dann eine nette Mitarbeiterin in ge­brochenem Deutsch erklärt, dass nur PKW’s mit Anhänger sowie LKW’s mautpflichtig wären. Also sind wir ohne Pla­kette wieder auf die Autobahn. Kurz vor Breslau wurden wir dann von der polnischen Polizei runter geleitet – so wie es aussah, war die Autobahn aus irgendeinem Grund ge­sperrt. Dank Navi – wie gesagt, einfach eine tolle Erfindung – fuhren wir dann ein Stück Landstraße weiter und kamen zur nächsten Autobahn. Wir wollten drauffahren und stan­den plötzlich vor einer Schranke. Neben uns so ein komi­scher Automat – was nun? Da stand irgendwas davon, dass man eine Karte reinstecken solle. Was für eine Karte? Wir haben keine! Hinter uns wartete schon ungeduldig ein wei­teres Auto. Ich sah dann noch einen Knopf und dachte mir: „Ok drückste mal da drauf.“ Gedacht, getan, es kam ein Ti­cket raus und die Schranke öffnete sich. So konnten wir dann weiter fahren.

Der hinter uns muss wohl auch gedacht haben: „Oh Gott, zwei Dorfdeppen im Ausland!“ 

Als wir dann nach einigen Kilometern die Autobahn ver­ließen, kam wieder eine Mautstation. Dort saß in ei­nem Kassenhäuschen eine Frau, die dann auch, nachdem ich ihr das Mautticket gegeben hatte, 4 Złotys haben wollte – das entsprach dann etwa 1 €. 

Dann ging es weiter über die Dörfer. Unser erstes Ziel war Kuschlau, Kreis Strehlen (heute: Chociwel), der Geburtsort meines Großvaters Alfred Bäger. Kuschlau war ein recht kleines Dorf und schien früher überwiegend aus Gütern zu bestehen. Ich vermute, dass mein Urgroßvater Emil Bäger als Melker oder sogar schon als Melkermeister auf einem der Güter tätig war.

Wir haben die Fahrt durch Kuschlau gefilmt. Der Film kann angesehen werden unter www.youtube.de

Fahrt durch Kuschlau Kreis Strehlen, Niederschlesien (heute: Chociwel, Polen)

Weiter ging es dann in den Geburtsort der Urgroßmutter meiner Kinder – oder wie meine Kinder immer sagten: Tick-Tack-Oma – Balbina Pyka nach Lugnian, Kreis Oppeln (heute: Ĺubniany) in Oberschlesien. Auch hier filmten wir die Durchfahrt. Dieser Film ist ebenfalls eingestellt bei www.youtube.de

Fahrt durch Lugnian-Dombrowka/Lugnian (Lugendorf) – (heute: Dąbrówka Łubniańska und Łubniany, Polen)

Das nächste Ziel war dann Jaschine, Kreis Rosenberg (heute: Jasienie). Hier ist meine Urgroßmutter Rosalie Eichler, geb. Jonietz 1896 geboren. Eigentlich hätte sie Junietz heißen müssen, aber da ihr Vater Lorenz Junietz des Schreibens unkundig war, ist bei der Geburtsanzeige scheinbar aus dem u ein o geworden. 

Als wir nach Jaschine kamen, fanden wir unter dem pol­nischen Ortsnamen auch den deutschen auf dem Ortsein­gangsschild vor. Später habe ich durch das Internet in Er­fahrung gebracht, dass Jaschine seit 2006 zweisprachig ist. Deutsch ist unter anderem auch als Hilfssprache bei Be­hördengängen erlaubt. Gemäß Verordnung darf nach Genehmigung unterhalb des polnischen auch der deutsche Ortsname aufgeführt werden. Damit will man der deutschen Minderheit in Polen gerecht werden. 

Jaschine ist ein sehr hübsches kleines Dorf mit einem schön angelegten Dorfteich, an dem wir auch eine kurze Pause einlegten.

Impressionen aus Jaschine
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Blick auf Jaschine
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Dorfteich
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Weiter ging es dann nach Glausche, Kreis Namslau (heute: Gluszyna). Hierher wurde mein Großvater Alfred Bäger am 13. Januar 1945 zu einer 14-tägigen Ausbildung zum Volks­sturm einberufen. Seine letzte Nachricht hatte er am 18. Januar 1945 geschrieben. Seine Adresse war das Gast­haus Deutsche Friedenseiche. Seit dem wird er vermisst. Auf der Internetseite http://www.namslau-schlesien.de ist zu lesen, dass es dort am 19. Januar zu schweren Kämpfen kam, so dass davon auszugehen ist, dass mein Großvater auch dort gefallen ist. Mir war es ein starkes Bedürfnis, für meinen Opa, der mir in meiner Kindheit sehr gefehlt hat, eine Rose auf eine Wiese zum Gedenken an ihn zu legen. 

Als wir uns Glausche näherten, waren dicke Qualmwolken aus Richtung Glausche zu sehen. Es brannte zwar nur ein Feld, aber dadurch, dass ich kurz vorher erst einen Be­richt auf www.namslau-schlesien.de gelesen hatte, in dem geschildert wurde, dass am Nachmittag des 19. Januar Feuersäulen in Glausche gesehen wurden, war es für mich doch etwas erschütternd. 

Die Durchfahrt ist ebenfalls bei www.youtube.de zu sehen.

Fahrt durch Glausche, Kreis Namslau, Oberschlesien (heute: Głuszyna, Polen)

Alte Ansichtskarte vom Gasthaus „Zur Deutschen Friedenseiche“ in Glausche
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In Gedenken an meinen Opa
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Feuer auf dem Weg nach Glausche
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Weitere Orte, die wir noch aufsuchten:

  • Horka – früher Kreis Rothenburg, heute Kreis Görlitz
    Das ist der Geburtsort meines Urgroßvaters Otto Jeschke (*1884) und seiner Mutter Christiane Jeschke (*1857).
  • Ostritz, Kreis Görlitz
    Ich wollte unbedingt einmal in das Antiquariat, von dem ich das Buch „Praktische Winke und Ratschläge für Landwirte und Viehpfleger“ per Internet erworben hatte. Das Buch hatte mein Urgroßvater Emil Bäger als Melkermeister geschrieben.
  • Schönau-Berzdorf, Kreis Görlitz
    Hier schauten wir für eine Ahnenforschungskollegin nach einem Grab. Des Weiteren waren wir noch auf dem al­ten Friedhof an der Kirche. Hier waren sehr viele Solda­tengräber vorhanden. Beim Todeszeitpunkt handelte es sich bei allen um den 20. April 1945.
  • Berzdorfer See
    Ein schöner großer See mit Badestrand.
  • Zgorzelec, dem polnischen Teil von Görlitz
    Hier sind wir unter anderem auf dem Markt gewesen. Neben Obst und Gemüse gab es dort auch viele kleine Stände mit Bekleidung, Schuhen etc. Zigarettenstände fehlten natürlich auch nicht.
  • Immer wieder mal Görlitz
    Bei jedem Besuch entdeckten wir andere interessante Gebäude. Görlitz ist wirklich eine Reise wert.Widererwarten bekam ich dann doch noch die Möglich­keit, einen Tag im Kirchenbucharchiv zu recherchieren.Auch schauten wir uns die ehemalige WUMAG (Waggon- und Maschinenbau AG) an, in der mein Großvater Alfred Bäger bis zu seiner Einberufung arbeitete. Ein Teil der Fabrikgebäude ist einem öffentlichen Parkplatz zum Opfer gefallen. Die restlichen Gebäude sind am Zerfallen.
  • Lagow – ein kleiner Ort kurz vor Zgorzelec
    In Lagow entdeckten wir ein Restaurant. Die Bedienung war super freundlich und erklärte uns auf Deutsch die Speisekarte. Das Essen war reichhaltig und schmeckte sehr gut – wirklich sehr empfehlenswert.

Das Restaurant in Lagow
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Resümee:
Ich bin froh, dass ich diese Reise gemacht habe. Wir haben viel gesehen und auch einiges erlebt. Allerding war der extreme Kontrast zwischen alt und neu teilweise schon er­schreckend. Ich gehe davon aus, dass in 10 – 20 Jahren vom „alten Schlesien“ nichts mehr vorhanden sein wird. 

Mein Mann und ich harmonisierten während der Auto­fahrten optimal. Während bei mir ständig die Blase drückte – wohl ein typisches Frauen-Phänomen –, hatte mein Mann immer Hunger. So konnte er meine Pipi‑Pausen nut­zen, um sich aus dem Kofferraum etwas zu essen raus zu holen. 

Die Straßen in Polen sind teils sehr gut, teils extrem holprig. Die Menschen, denen wir begegneten, waren überaus freundlich. 

Und mit dem Wetter hatten wir auch ein sagenhaftes Glück. In den ersten Tagen war es noch etwas wechselhaft. Am 29. Juli dachten wir schon, dass die Welt untergeht (siehe Foto). Die restliche Zeit hatten wir nur Sonnenschein und es wurde schon unerträglich heiß.

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Blick vom Balkon am 29.07.2015

Schlusswort:
Eigentlich sollte das nur ein kurzer Reisebericht werden. Ich bin doch erstaunt, dass er so lang wurde. 

Ich möchte mich auch an dieser Stelle bei meinem Ehe­mann bedanken, der mich begleitet hat und ausnahms­weise mal seine Rute zu Hause ließ und auf einen Angelurlaub für mich verzichtete – eigentlich haben wir eh noch genug Fisch im Gefrierschrank. 

Bei meiner Tochter möchte ich mich auch bedanken, die in dieser Zeit Haus und Hof gehütet und sich um unsere zwei Katzen gekümmert hat.